„Die Periodenartikelspender auf den Mädchentoiletten sind genauso leer wie die Staatskasse Deutschlands“
Mit diesem Satz haben wir unsere Notizen für diesen Kommentar gestartet. Und an diesem Satz ist etwas dran, denn so traurig es sich anhört, es ist jede Woche Thema für die SV Sitzung. Allmählich bekommen wir Mitleid mit Herrn Richter, da wir mindestens einmal die Woche bei ihm sind, um ihm mitzuteilen, dass die Hausmeister mal wieder ihren Job nicht gebacken kriegen.
In der Theorie besteht so Möglichkeit, im Sekretariat nach Periodenartikeln zu fragen, aber sind wir mal ehrlich – Wer will das schon: Mit drei erwachsenen Frauen und Herrn Bröcker und unbekannten Lehrern und kranken Schülern, die sich abholen lassen wollen, in einem Raum zu sein und dann um eine Binde oder einen Tampon zu bitten? Und nehmen wir mal an, ein Mädchen traut sich bis an diesen Punkt: Was will man schon mit der Variation an Produkten anfangen? Denn die ist genauso eintönig wie das neue WebUntis Layout – eine einfach Binde oder ein Mini Tampon. Die halten genauso lange wie die Ampel Koalition; nämlich gar nicht. Somit ist es nicht nur ein einmaliges Fragen, sondern es kann gut sein, dass man zwei, drei, vier Mal am Tag hochgehen muss. Wenn man diese Zeit summiert, würde es genauso lange dauern, zum Rewe zu laufen und sich dort etwas zu kaufen… und naja – dort ist die Auswahl besser und man bekommt etwas, das länger als zehn Minuten hält.
Im Grundsatz ist die Idee zwar schön und gut, in der Umsetzung aber mangelhaft. Wir sehen die Argumente gegen das Auffüllen – Vandalismus, Diebstahl, etc. -, aber mal im Ernst: Wer glaubt wirklich, dass wir Mädchen mit den Periodenprodukten Sch***e bauen? Damit schießen wir uns doch nur selber ins Knie. Also warum sollten wir dafür „bestraft“ werden, die Periode allein ist schon Strafe genug.
Und mal fernab von all dem sind die Spender auch noch schlecht platziert. Zuerst im Waschraum neben dem Waschbecken – katastrophale Idee, danach im Toilettenraum – besser, aber immer noch schlechte Idee. Was spricht dagegen, die Spender einfach im die Kabinen zu hängen? Es würden sich noch weniger Mädchen schämen müssen und das Vandalismus Problem könnte man dadurch wahrscheinlich auch besser in den Griff bekommen. Es müssten ja auch nicht mal alle Kabine versorgt sein, zumindest zwei intakte(!) Kabinen pro Toilette. Das würde das Leben vieler Mädchen erträglicher machen.
Am Ende bleibt die Frage: Wollen wir wirklich an jedem Tag eine kleine Odyssee auf uns nehmen, nur weil die Basics nicht funktionieren? Es geht hier nicht um Luxus, sondern um etwas so Selbstverständliches wie Toilettenpapier. Niemand würde akzeptieren, wenn das plötzlich fehle würde – warum sollte es also bei Periodenartikeln anders sein? Denn die Periode kann man nicht abstellen – das Auffüllen der Spender schon.
Judith Blömer (11D) und Maja Rokosz (11D)

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