Wenn ein niedersächsischer Schüler mit dem Bus zur Schule fährt, muss er die Kosten hierfür ab der 11. Klasse selbst tragen.
Selbst bei der Nutzung des günstigsten Tickets belaufen sich diese jährlich auf ca. 360 €.
Viele Osnabrücker Schüler:innen fordern jetzt, das zu ändern. Sogar die NOZ berichtet und räumt der Rats-SV viel Platz ein.
Nachdem die SV am 11.3. auch damit begonnen hatte, Elternbriefe mit einem Unterstützungsaufruf zu versenden, war die NOZ auf die Aktion aufmerksam geworden. Dem Redakteur waren im Kontakt mit der Schülervertretung vor allem die Beweggründe zur Unterstützung der Petition wichtig und zitiert Benedikt Knillmann: „Mit Bildungsgerechtigkeit hat das nicht mehr viel zu tun.“
Der Artikel ist am 19.3. online und am 21.3. in der Printausgabe erschienen und hat schon einige Kommentare nach sich gezogen: Ein Leser fragt in den Kommentaren kritisch: „In meiner Jugend gab es keine kostenlose oder ermäßigte Tickets, Fahrradfahren war angesagt. Warum soll ich über meine Steuern nun diesen Luxus finanzieren?“ Ein anderer kritisiert, dass auch für dieses Anliegen die Angst vor der Klimaveränderung herhalten muss.
Der Verein argumentiert auf der Onlinepetitionsseite openpetition.de nicht nur mit der „Ermöglichung klimaschonender Mobilität, sondern auch unter Verweis auf Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit.“
Bereits der im November 2017 verfasste Koalitionsvertrag der niedersächsischen Landesregierung strebte die „stufenweise Einführung des kostenfreien Schülerverkehrs im Sekundarbereich II” an.
Diesem Ziel ist bis heute nicht nachgekommen worden.
Die Petition richtet sich konkret an die rot-grüne Regierungskoalition im Niedersächsischen Landtag und die CDU-Fraktion.
Wir haben einige Meinungen zu diesem Thema eingefangen:
„Die ÖPNVs sind für uns einfach der Schlüssel zu allem – Job, Hobby, Freunde und Co. Genau deshalb unterstütze ich die Petition.“
Maxi Quick, SV-Sprecherin
„[Ich halte es für] bezeichnend, dass die angepeilte Bildungsgerechtigkeit nicht nur in der Schule nicht gegeben ist, sondern diese für die niedersächsischen Oberstufenschüler schon auf dem Weg zur Schule ausbleibt.”
Karl Bick, Chefredakteur
„Es ist sehr wichtig, dass wir alle zusammen zeigen, dass sich etwas ändern sollte und wir ALLEN ermöglichen gut von A nach B zukommen und das vor allem für die Umwelt, aber auch, damit jeder von uns dieselbe Lebensqualität erfährt.“
Sophie Reichling, 12. Klasse
Für die ca. 1300 Unterschriften aus Osnabrück hat die Aktion unserer SV übrigens nur zu einem kleinen Teil gesorgt, denn anders als im NOZ-Artikel beschrieben haben neben der Rats-Schülervertretung mit seinen Rundmails und dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium mit Sammelaktionen im Unterricht auch das Carolinum, die Angela Schule und die IGS Eversburg die Petition breit beworben. Weitere Schulen wie das GSG oder das Gymnasium in der Wüste werden laut den zugehörigen SVen in der nächsten Zeit folgen.
Auch der Kreisschülerrat und das Jugendparlament aus Georgsmarienhütte, sowie die Ursulaschule überlegen, sich anzuschließen.
Ebenfalls in der Parteienlandschaft Osnabrücks zeigt die Petition Wirkung. Volt und die CDU bewerben die Petition in den sozialen Medien.
Final appellieren wir, unterschreibe auch du die Petition, um das das gemeinsame Ziel zu erreichen!
Autoren: Malte Dierkes und Karl Bick


2 Antworten zu „Weswegen die NOZ von der SV des Ratsgymnasiums berichtet”.
Könnte man die Position des Chefredakteurs etwas vereinfacht formulieren?
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Die Initiative der SV des Ratsgymnasiums Osnabrück, mit einer Petition an die politischen Entscheidungsträger des Landes einen kostenlosen Nahverkehr auch in der Oberstufe zu ermöglichen, begrüße ich als Lehrer ausdrücklich. Die bildungspolitischen Reformen der letzten Jahrzehnte haben – nachweislich anhand von unzähligen Studien – nicht die gewünschten Ziele einer verbesserten und gerechteren Bildung erreicht. Sicherlich gestaltet es sich schwer, alle Interessen und Meinungen einvernehmlich und gewinnbringend „unter einen pädagogischen Hut“ zu bekommen, aber es gibt Bereiche, bei denen sich soziale Gerechtigkeit leicht umsetzen ließe. Eine kostenlose Beförderung aller (!) Schülerinnen und Schüler zur Schule und wieder nach Hause wäre einer dieser Bereiche. Verglichen mit anderen Ausgaben, die die Kommunen und Länder aktuell tätigen, sind Ausgaben im Bildungsbereich oftmals geringfügig und deshalb mit etwas gutem Willen leicht umsetzbar. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich die wenigsten Schülerinnen und Schüler durch die Bereitstellung eines kostenlosen Tickets für den ÖPNV davon abhalten lassen, mit dem Rad zur Schule zu fahren, weil es ihnen ein gewisses Maß an zeitlicher Freiheit ermöglicht, aber für diejenigen, die das Rad nicht nutzen können, ist der ÖPNV eine sinnvolle und klimaschonende Alternative zum eigenen Auto oder dem der Eltern. Kommentare, wonach junge Menschen erst dann von Steuergeldern der Erwachsenen profitieren können sollen, halte ich für mehr als unsachlich und unangebracht! In diesem Sinne habe auch ich die Petition der Schülerinnen und Schüler an die Landesregierung unterschrieben!
Jörg Scherz, Lehrer
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